Die Biokiste der Küstenmühle Rostock

Weil ich schon des öfteren danach gefragt wurde und weil man gute Sachen teilen muss, gibt es heute einen Biokisten-Beitrag für alle, die in Rostock auf der Suche nach frischem, regionalem und saisonalem Gemüse sind. Biokisten sind hier nämlich trotz reichlich Landwirtschaft im Umland gar nicht so einfach zu finden, wie man vielleicht denkt.

 Biokiste Rostock

Herkunft

Vor gut zwei Jahren bin ich nach längerer und zeitweise verzweifelter Suche auf das Biokisten-Angbot der Küstenmühle gestoßen. Dort wird im Norden Rostocks auf ca. 2,5 Hektar Agrarland eine Biolandgärtnerei nach ökologisch-kontrollierten Richtlinien betrieben. Die Küstenmühle ist ein Integrationsbetrieb, in welchem Menschen mit und ohne Behinderung zusammenarbeiten und gärtnerische Kenntnisse und Fähigkeiten nach Bioland-Richtlinien erlernen. Angebaut werden frische Kräuter, klassische und ausgefallene Gemüsesorten, Sommerblumen und essbare Blüten.

Kosten

Es gibt kleine (10€), mittlere (15€) und große (20€) Kisten. Wir bekommen einmal die Woche eine 15€-Kiste vor die Wohnungstür gestellt, das klappte bisher immer problemlos. Im laufe diesen Jahres kamen als Lieferpauschale faire 2,50€ hinzu. Wer möchte, kann sich die Kiste auch an verschiedenen Sammelstationen abholen und spart so die Lieferkosten. Die leere Kiste der vorhergehenden Woche wird einfach ausgetauscht, für Neubeginner kommt somit noch ein Kistenpfand von 3€ hinzu. Liefertage sind Dienstag oder Donnerstag. Bestellt werden kann bis 24 Stunden vorher per Mail [biogaertnerei@ohne-barrieren-ev.de], Fax [0381 – 85 77 215] oder Online-Bestellformular, bezahlt wird direkt bei der Übergabe oder auf Wunsch per Überweisung.

Inhalt

Biokiste Küstenmühle Lieferung September

Die Zusammenstellung kann man sich nicht aussuchen, allerdings kann man versuchen Sonderwünsche beim Bestellen anzugeben. Wir freuen uns immer über das was kommt und die erste September-Kiste mittlerer Größe enthielt folgendes: 4 Äpfel, 1 Bund Basilikum, 1 Bund Petersilie, 0,5 kg bunte Cocktail-Tomaten, 0,5 kg Hokkaido-Kürbis, 1 Bund Mangold, 1,5 kg Tomaten, 1 kg grüne und gelbe Zucchini, 1 Bund Zwiebeln, 1 kleine Aubergine und 2 Peperoni. Reichlich frisches Gemüse zum erschwinglichen Preis. Die Menge bringt uns gut durch die Woche, Grünzeug müssen wir uns jedenfalls nicht mehr dazukaufen. Außerdem enthält die Kiste immer auch ein paar Ringel- oder Sonnenblumen für den Küchentisch und manchmal gibt es als kleines Extra sogar noch eine handgenähte Mini-Mühle mit Lavendel-Blüten dazu.

Biokiste Küstenmühle Extra

Fazit

Unschlagbarer Vorteil: Man kann sich sicher sein, dass das Gemüse weitgehend pestizidfrei aufwächst und die Transportwege kurz sind. Für die Menge an Gemüse ist der Preis super und die Qualität hervorragend. Die Lieferung erfolgt zuverlässig, das Gemüse ist auch am Abend, wenn wir die Kiste vorfinden, noch sehr frisch. Die wöchentliche Zusammenstellung ist eine Überraschung; man bekommt, was die Saison gerade hergibt und merkt beispielsweise, dass die Zucchini-Ernte in diesem Jahr besonders gut lief. Klar sind da auch manchmal Sorten oder Mengen dabei, die ich im Supermakt nicht in den Korb gelegt hätte, aber das ist immer auch eine kulinarische Herausforderung und man lernt regionales Gemüse ganz neu kennen. Zudem unterstützt man mit dem Kauf einer Kiste auch den Rostocker Verein Ohne Barrieren, welcher seit 1981 Menschen mit körperlich oder geistig eingeschränkten Fähigkeiten dabei hilft, ein möglichst selbstbestimmtes und barrierefreies Leben zu führen.

Ein wenig Schade ist, dass die Biokisten der Küstenmühle nur von Juli bis September geliefert werden, dass ist natürlich abhängig von den Anbausorten und den Lagermöglichkeiten. Ein winziger Verbesserungsvorschlag zum Schluss: In zwei Jahren ist es mir trotz mehrmaliger Mails und einem Telefonat nicht gelungen, ein Biokisten-Abo abzuschließen. Ich muss also jede Woche daran denken, rechtzeitig eine Online-Bestellung aufzugeben, d.h. meine Daten Woche für Woche erneut eintippen. Liebe Küstenmühle, bitte unbedingt eine Abo-Funktion für’s nächste Jahr einführen!

Alternativen

Natürlich ist das noch nicht ganz alles, was Rostock an Biokisten zu bieten hat:

Bei Biofrisch Nordost kann man sich online seine eigene Kiste zusammenstellen und Dauerbestellungen anlegen, die in den gewünschten Intervallen geliefert werden. Hier gibt es auch Käse, Milch, Eier, Fleisch, Wurst und sogar Backwaren in Bioqualität. Ein ausgewähltes Sortiment bekommt man auch direkt auf fünf verschiedenen Wochenmärkten in Rostock und Umgebung.

Seit diesem Jahr gibt es endlich auch in Rostock eine Solidarische Landwirtschaft. SoLaWi steht im Allgemeinen für eine Wirtschaftsgemeinschaft aus Erzeugern und Verbrauchern. Die Verbraucher (private Haushalte, Gastronomen, etc.) zahlen gemeinsam die jährlichen Kosten der Erzeuger (Landwirte, Gärtner, etc.) im Voraus und erhalten dafür im Gegenzug einen entsprechenden Anteil an der Ernte. Als Mitglied holt man sich seinen Ernteanteil an festen Verteilerpunkten in und um Rostock ab. Zur Zeit zahlt man im Monat 160€ für einen Ernteanteil mit Fleisch und Käse und 95€ für einen reinen Gemüseanteil, es besteht auch die Möglichkeit halbe Ernteanteile zu buchen.

Wer nicht nur gesund essen, sondern in freier Natur auch selber gärtnern und ernten will, der ist bei den Feldgärten in Brodertorf oder der Südstadt richtig. Man zahlt einen Saisonbeitrag zwischen 90 und 260€ und pachtet damit einen fix & fertig angelegten Gemüsegarten. Diesen pflegt und erntet man mit fachkundiger Hilfe von Mai bis November. Der Aufwand liegt dabei angeblich bei nur ca. 2 Stunden pro Woche und man entscheidet selbst, was, wieviel und wann man ernten möchte.

Vielleicht helfen euch diese Infos ein wenig auf der Suche nach einer guten Biokiste in Rostock. Falls es weitere Adressen – besonders während der Wintersaison – gibt oder ich sonst etwas vergessen habe, freue ich mich sehr über eure Hinweise!

, , , , ,

10 Responses to Die Biokiste der Küstenmühle Rostock

  1. vreni_Hamburg von Innen 3. September 2013 at 13:58 #

    Bio-Kisten sind super! Wir bekommen alle 2 Wochen eine einfach vor die Tür gestellt, bezahlt wird bequem per Bankeinzug, ein Abo gibt es zum Glück auch, denn ich würde es einfach verpeilen sie immer zu ordern.
    Wir konnten auch angeben, welche Gemüsesorten wir nicht mögen, der Rest ist tatsächlich eine Überraschung. Aber gerade das empfinde ich eigentlich als Bereicherung, denn so lernt man auch mal Gemüse kennen, dass man im Supermarkt entweder nicht bekommt oder nicht kaufen würde, weil man es nicht kennt.
    Bei unserem Anbieter kann man auch Brot und ich glaube auch Fleisch, Butter und was sonst noch so auf dem Bauernhof zu haben ist bestellen…
    Dank der Nähe zum Alten Land gibt es also auch in Hamburg immer frisches, gutes Gemüse und vieles mehr :)

  2. einchen 3. September 2013 at 14:53 #

    mensch, das ist ja toll! da fahre ich ja täglich dran vorbei… #küstenmühle
    da unser toller laden ja gerade erst zugemacht hat, suche ich schon nach einer alternative!
    dann sollte ich das mal testen!
    lg einchen

  3. hafensonne 3. September 2013 at 19:17 #

    „[…] dass die Zucchini-Ernte in diesem Jahr besonders gut lief. “

    Wenn das mal nicht die Untertreibung des Jahres ist!! Aber danke für die Zusammenstellung, wir werden wohl übern Winter Biofrisch Nordost ausprobieren, aaaaaber laut Internetseite ist fürs Liefern der Mindestbestellwert 30 Öre, dafür hat man ja mehr Auswahl. Wird aber wohl trotzdem eher eine 14tägliche Geschichte…

  4. Jana von hasenklein 3. September 2013 at 22:55 #

    Wir haben so ein Mietfeld, wie du es auch erwähnst (nur halt in Berlin) und deswegen keinen Bedarf für eine Biokiste, aber ich fand’s tzrotzdem witzig, deinen Beitrag zu lesen. Dein September-Gemüse ist genau das, was ich auch gerade wöchentlich ernte. ist ja auch klar, hat eben gerade saison, aber das macht man sich im Supermarkt ja nie so klar. Und die Zucchini… ja, für die war es wohl auch in Berlin ein gutes Jahr… langsam kann ich das Zeug nciht mehr sehen ;-)

    Jedenfalls um noch was zum Thema Mietfeld beizutragen: ich finde es bisher super, hab seit Juni kein Gemüse mehr gekauft und je nach Wetter kommt man wirklich mit +/- zwei Stunden pro Woche aus (bei langen Trockenzeiten muss man etwas öfters gießen). Wenn man Spaß daran hat im Dreck zu wühlen, kann ich das also nur empfehlen. (Es gibt dazu auch ein bisschen was auf meinem Blog: http://hasenklein.blogspot.de/2013/05/schone-orte-der-hasen-acker.html Wäre aber mal Zeit, was aktuelles zu berichten…)

  5. Ulrike 4. September 2013 at 14:00 #

    Liebe Maria, danke für die tollen Infos! Ich wusste gar nicht, dass es bei uns so viele Möglichkeiten gibt, sich mit regionalen Produkten zu versorgen. Da muss ich mich jetzt mal ein wenig mit auseinandersetzen.
    Liebe Grüße!
    Ulrike

  6. Thea 4. September 2013 at 21:42 #

    Die Preise klingen sehr vernünftig, so hätte ich auch gerne eine Biokiste :)
    Hier ist es leider etwas anders (es gibt nur die solidarischen Landwirtschaften), man bezahlt nicht pro Woche sondern hat das sog. CSA-Share für das gesamte Jahr und je nach Problemen in der Erntezeit, z.B. tagelanger Regen zerstört die Pflanzen usw. trägt man das Risiko der Farm auch mit und hat eben ein paar Wochen/Monate innerhalb der Erntezeit gar nichts und muss zusätzlich zum Geldverlust auch einkaufen gehen. Ich finde es gut, daß den Bauern so geholfen werden kann, doch wir konnten uns das bisher schlichtweg nicht leisten, vorallem wenn man sieht, daß das ein oder andere Unwetter in jedem Jahr die Hälfte der Ernte zerstört.
    Liebe Grüße Thea
    P.S. Ansonsten finde ich solche Kisten toll, man muss etwas mit dem Gemüse anstellen und man hat Sachen im Haus, die man gar nicht kennt und vielleicht sogar feststellt, daß man sie mag.
    P.P.S. Die Mini-Mühle ist super :)

  7. Annika 6. September 2013 at 09:16 #

    Danke für diesen tollen Beitrag! Wir suchen schon länger nach einem solchen Angebot und haben gestern die erste Biokiste erhalten. Bin total zufrieden! :-) Schade nur, dass es das Angebot nur drei Monate im Jahr gibt. 30 Euro Mindestbestellwert sind nämlich wirklich ganz schön viel … Schöne Grüße, Annika

    • nähmarie 8. September 2013 at 23:53 #

      Hallo Annika,
      freut mich sehr, dass euch die Kiste auch so gut gefällt!

      LG, maria

  8. weebee 9. September 2013 at 14:57 #

    Ahoi liebe Marie,

    besten Dank für den ausführlichen Bericht über die BIOkiste – das werde ich mal ausprobieren, so lange es noch September ist =)

    LG, Wiebke

Trackbacks/Pingbacks

  1. 12 von 12 im September: | nähmarienähmarie - 13. September 2013

    […] 10. Fassadenehrung auf dem Heimweg. | Detail of an award-winning facade on my way home. 11. Frische Biokisten-Lieferung vor der Tür. | Organic box check. 12. Ab heute sind wir für eine Woche Katzensitter. | Say hello […]

Schreibe einen Kommentar