Zur Kultur- & Kreativwirtschaft in MV {Impulskonferenz vom 15.10.2013}

Zur Kultur- & Kreativwirtschaft in MV

Wieviel Kultur- und Kreativwirtschaft hat Mecklenburg-Vorpommern eigentlich zu bieten? Was bewegt Kreativschaffende dazu, in MV zu bleiben oder hierher zurückzukehren? Wie sehen ihre Berufs- und Lebenswege in MV aus und wie können sie optimiert werden? Was ist kreative Arbeit überhaupt wert? Diese und andere Fragen stellten sich am Montag ca. 70 Teilnehmer auf der Impulskonferenz zur Kreativ- und Kulturwirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. In Vorträgen, zwei parallel laufenden Workshops und einer abschließenden Diskussionsrunde fand ein Austausch zwischen Akteuren und Unternehmern sowie Vertretern aus Politik und Verwaltung statt.

Impulskonferenz zur Kultur- und Kreativwirtschaft

Organisiert wurde die Veranstalung von der Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung. Ihre Aufgabe besteht in der Information und Beratung für Unternehmer und Freiberufler der Branche. Eine haargenau solche Beratung nahm ich vor gut zwei Jahren in Anspruch, als ich in Rostock auf der Suche nach einem geeigneten Raum für meine Arbeit war, denn zu Hause stapelten sich unterdessen die Stoffballen gefährlich hoch. Drei Monate lagen damals zwischen meiner Kontaktaufnahme und dem Gesprächstermin. Der mich beratende Mann war sehr nett und interessiert, die Unterhaltung dauerte etwa eine dreiviertel Stunde, bis er mir sagte, bei meiner Suche nach Räumlichkeiten könne man mir leider nicht helfen. Ich konnte allerdings der Statistik helfen und einen Fragebogen zu Alter, Geschlecht, Grund meines Besuches und Durchschnittseinkommen ausfüllen. Dann ging ich nach Hause. Von dem netten, interessierten Mann hab ich danach nichts mehr gehört und die Raumsuche setzte ich allein fort. Kurzum: Damals fühlte ich mich an dieser Stelle nicht wirklich gut beraten. Überrascht hat mich das aber auch nicht, denn ähnliche Erfahrungen hatte ich bereits bei anderen Anlaufstellen für Gründer gesammelt. Kreative fallen irgendwie überall durch’s Raster, dachte ich, da kann man halt nichts machen. Grund genug also, der Einladung des Kompetenzzentrums zu folgen und einmal zu schauen, was sich in den letzten zwei Jahren im mecklenburgischen Neuland der Kreativwirtschaft so getan hat.

Impulskonferenz zur Kultur- und Kreativwirtschaft

Auf der kleinen Bühne in der Rostocker Kunsthalle werden zentrale Probleme der Kultur- und Kreativszene erörtert und mit dem Publikum diskutiert. Angesprochen werden u.a. ein fehlendes unternehmerisches Denken und Handeln von Kreativschaffenden, eine zu geringe Wahrnehmung und Wertschätzung der Kreativbranche, eine nicht ausreichende Sichtbarkeit der Potenziale der Branche und ein zu geringes Medieninteresse. Als die Initiative Kultur- und Kreativwirtschaft der Bundesregierung ihre Statisktik zu Alter, Geschlecht, Durchschnittseinkommen und Grund von Beratungsgesprächen präsentiert, muss ich kurz schmunzeln.

Impulskonferenz zur Kultur- und Kreativwirtschaft

Wenn es für mich etwas zu trocken – also zu politisch oder zu wirtschaftlich – wird und meine Gedanken abschweifen, holt mich die lockere Art von Marten Brosch wieder zurück in den Raum. Marten gehört zum Team von Auguste 86, die sich mit wachsendem Erfolg dem Herstellen maßgeschneiderter Jacken und Taschen speziell für Radfahrer widmen. Viel spannender ist für mich eh das Ganze drumherum, wie der sogenannte Kreativparcours. Hier stellen Branchenvertreter ihre Arbeit vor: Darunter Jule Bambule, deren Kunstwerke ich schon das ein oder andere Mal auf dem Ponyhof bewundern konnte. Sie zeichnet heute live vor den Gästen, ein Kamerateam schwirrt um sie herum.

Impulskonferenz zur Kultur- und Kreativwirtschaft

Im anderen Raum zeigt Lennart Langanki vom Salon Salopp seine Kurzfilmkunst und Linolschnitte. Ich vertiefe mich in ein Gespräch mit einer der Betreiberinnen der Nähwerkstatt kabutze in Greifswald, wir sehen uns zum zweiten Mal eher zufällig und planen endlich eine gemeinsame Veranstaltung. Auf der anderen Seite plaudert Charlotte Berger vom Kreativmarkt Ponyhof mit Philipp Heyna, der ebenso zum Team von Auguste 86 gehört.

Impulskonferenz zur Kultur- und Kreativwirtschaft

Später darf ich am Stand der Kreativsaison Mecklenburg mein Buch und einen Mini-Upcycling-Workshop präsentieren. Christoph Trabert, Neu-Rostocker und freier Fotograf, hält das Ganze mit seiner Kamera fest.

Impulskonferenz zur Kultur- und Kreativwirtschaft

Das vermutlich meist gesagte Wort des Tages lautet Vernetzung. Daran wird in den Pausen auch kräftig gearbeitet: Visitenkarten wechseln sie Besitzer, Möglichkeiten der Zusammenarbeit werden diskutiert, Termine gemacht. Am Ende des Tages ist es auch das, was ich mitnehme: Das gute Gefühl, das die Kreativschaffenden hier aneinander interessiert sind, sich unterstützen und austauschen, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu bietet. Die nächste dieser Art gibt es am 29.10. beim Kreativstammtisch im Herrenhaus Büttelkow.

Impulskonferenz zur Kultur- und Kreativwirtschaft

Alles in allem eine gelungene Veranstaltung in passender Location mit tollem Catering. Der nächsten Konferenz wünsche ich mehr interessierte Besucher, mehr Medieninteresse, mehr Akteure aus der Kreativszene auf der Bühne. Und W-Lan! Wegen der Vernetzung!

 

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