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From trash to treasure // String-Regal

Seit einigen Tagen schiebe ich den hier angekündigten Post schon vor mir her, weil ich dafür eigens Vorher-Bilder geknipst hatte, die aber nun auf unerklärliche Weise im Bilderordner-Nirwana meines Rechners verschwunden sind. Komplett weg. Bis zuletzt hatte ich gehofft, sie tauchen irgendwo plötzlich wieder auf oder mir fällt ein, dass ich sie ja bei ‚Ostern_09‘ zwischengespeichert habe… aber nichts.

Also versuchen wir es mit der guten Fantasie, indem wir kurz die Augen schließen und uns zwei schwarze, schwedische Balken an der Wand vorstellen. (Im Kaufhaus hören die beiden auch auf den Namen ‚Lack‚.) Darauf eine Lampe und etwas Deko. Erfüllt seinen Zweck als Regal, wirkt aber nicht besonders originell, stimmts? Genau das dachte ich mir auch schon sehr-sehr lange, wusste aber nicht, was für ein Regal ich im Wohnzimmer über dem Sofa stattdessen haben wollte. Und so kam es, dass ich vor ein paar Wochen eilig an einem Sperrmüllberg vorbeispazierte und mein Blick auf ein bekanntes Metallgerüst mit Holzbrettern fiel… da stand ein altes String-Regal! Oder zumindest ein Regal im Stil eines String-Regals, soviel wusste ich. Auch, dass es der perfekte Balken-Ersatz wäre. Was ich aber (zum Glück) nicht wusste war, zu welchen Preisen diese Exemplare im Internet gehandelt werden…

Hätte ich’s nämlich gewusst, hätte ich sicher nicht erst den Mister von der Arbeit abgeholt, hätte mich sicher nicht in die lange Schlange vor der Post eingereiht und hätte auch sicher nicht in aller Seelenruhe zuerst Einkäufe erledigt. Ich hätte das Teil unter den Arm geklemmt und alles andere abgesagt.

Aber das Sperrmüllglück war mir an diesem Tag wohlgesonnen, das Regal stand auf dem Rückweg noch an Ort und Stelle und der Vorbesitzer war sogar so freundlich, die passenden Schrauben für die Wand in einem kleinen Tütchen dranzukleben. Habt ihr das Balken-Bild noch im Kopf? Gut, denn jetzt kommt das Nachher-Bild:

Für ein geschenktes Regal doch wirklich sehr nett, oder? Eine schöne Sammlung von String-Regalen in Privat-Wohnungen haben stolze Besitzer in dieser Galerie zusammengetragen.

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Stoffbezogene Pinnwand {Upcycling}

Als Nachtrag zum gestrigen trash/treasure-Post hier die einzelnen Schritte zur stoffbezogenen Pinnwand. Ich hatte mein Vorgehen clevererweise fotografiert, war mir aber nicht sicher, ob eine Anleitung von Interesse ist. Ich freu mich, dass sie euch gefällt. Die gepolsterte Pinnwand eignet sich super, um Broschen und Buttons hübsch sortiert an einem Ort aufzubewahren oder zum Verkauf auf Märkten zu präsentieren. Auch für Schmuck oder natürlich als normale Pinnwand für wichtige Notizen macht sie was her.

Neben der Pinnwand habe ich mir folgendes Material zurechtgelegt: Stoffkleber, Schaumstoff (ca. 1 cm dick), Schere, Lack, Pinsel, (statt Stoffkleber evtl. ein Tacker).

 

Hinweise:

  • Der Schaumstoff sollte weggelassen werden, wenn die Pinnwand mit normalen, kurzen Pieksern für Zettel benutzt wird. Die halten besser direkt im Kork.
  • Für Buttons und Stecknadeln undbedingt den Kork polstern, da diese sich nur schwer in den Kork stecken lassen.
  • Damit man die Nadelstiche vom Festpinnen im Stoff nicht so sehr sieht, macht sich ein grob gewebter, fester Stoff am besten.
  • Wenn man gerade keine Korkpinnwand zur Hand hat, kann man auch eine Holzplatte oder Leinwand polstern. Eine Anleitung dazu gibt es auch hier. Ein alter Bilderrahmen mit stoffbezogener Rückwand sieht zum Beispiel auch gut aus.

 

So geht’s:

Zuerst die Pinnwand vorsichtig in Einzelteile zerlegen. Bei dieser war der Rahmen an den Ecken durch einen Metallclip verbunden. Ich habe eine Ecke gelöst und konnte die Korkplatte dann problemlos herausnehmen.

Wenn gewünscht die Holzteile streichen, hier brauchten Rahmen und Box dringend Farbe. Während der Lack trocknet, wird die Korkplatte mit Stoff bespannt.

Dazu den Stoff auf die richtige Größe zuschneiden, indem die Korkplatte aufgelegt und ein breiter Rand (ca. 10-15 cm) abgetragen wird. Die Polsterung wird ohne Rand auf die Größe der Korkplatte zugeschnitten.

Mit Stoffkleber das Polster auf der Korkplatte befestigen. Kurz antrocknen lassen.

Stoff über dem Polster positionieren und glattstreichen (evtl. vorher bügeln). Die Platte mit dem Stoff umdrehen, so dass die Rückseite der Pinnwand nach oben zeigt. Wenn die Korkplatte dick genug ist, kann der Stoff auf der Rückseite besser getackert werden, das geht schneller und sauberer. Meine Platte war nur aus sehr dünner Pappe, daher musste ich den Stoffrand auf der Rückseite festkleben.

An den Ecken beginnen, den Stoff um alle 4 Kanten falten und festkleben. Zum Trocknen habe ich den Stoff mit Stecknadeln befestigt.

So sollten die 4 Ecken geklebt / getackert aussehen.

Mit den Seiten fortfahren: Kleber auftragen, Stoff umschlagen, dabei leicht spannen und zum Trochnen des Klebers ebenfalls mit Stecknadeln fixieren.

Da später ein Rahmen um die Kanten kommt, habe ich es mit der Schönheit der Stoffecken nicht so ganz genau genommen.

Überstehende Stoffreste zurückschneiden.

Damit die Rückseite etwas ansehnlicher ist, habe ich dort Wachstuch aufgeklebt. Wenn die Pinnwand für die Wand bestimmt ist, muss das natürlich nicht sein, die Rückseite sieht dann ja niemand. Auf dem Markt soll sie für mich auch von hinten gut aussehen. ;)

Zum Schluss habe ich nur noch die Holzbox wieder am Rahmen festgeklebt und zum Trocknen des Klebers mit Schraubzwingen fixiert.

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From trash to treasure | Pinnwand

(Spermüll)Zufälle gibt es! Ich suchte noch nach einer Möglichkeit, um meine Stoffbuttons befestigen und aus- stellen zu können. Etwas kleines und handliches, dass ich auch mal jemandem für einen Markt mitgeben kann. Ein paar Tage überlegte ich schon, mit welchem Material sich das am besten umsetzen ließe, als ich auf dem Gehweg an einer herrenlosen Pinnwand vorbeispazierte. Die klassische Kork-Variante, an der sich verständlicherweise die Geschmäcker spalten. Als Basis für meinen Plan eigentlich ideal.

Zu Hause habe ich sie dann erstmal vorsichtig in Einzelteile zerlegt und den Rahmen weiß lackiert. Der Kork wurde mit Schaumstoff gepolstert und anschließend mit Stoff bespannt. Da der untere Holzkasten die perfekte Flyer-Größe hat, wurde er mitlackiert und an anderer Stelle wieder angebracht. Falls nun auch jemand seine Korkwand stofflich aufhübschen möchte und genaue Arbeitsschritte oder Anregungen benötigt, einfach fragen, ich schreib dann gern eine kleine Zusammenfassung. So sieht die fertige Button-Pinnwand mit Flyerkasten nun aus:

Schön. Praktisch. Und auch noch geschenkt. ;)

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From trash to treasure…

Vor kurzem habe ich meinen Schubladen-Straßenfund vorgestellt und was daraus geworden ist. Auf einem Rundgang durch die Wohnung zeigen sich viele weitere Vintage-Objekte, die auf ähnliche Weise vor dem sicheren Ende gerettet werden konnten. Von Zeit zu Zeit möchte ich an dieser Stelle von dem ein oder anderen Fundstück, seiner Geschichte und ggf. der Umgestaltung erzählen. Und euch herzlich zum Mitmachen einladen! Because one man’s trash is another man’s treasure.

Zu Sperrmüllansammlungen im Allgemein habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits schlägt mein Jäger- und Sammlerherz schneller, sobald eine solche in Sichtweite kommt. Andererseits ist da diese Erziehung. Anstand mit einer ordentlichen Portion Hygiene. Sachen mitnehmen, die andere Menschen vor die Tür stellen, macht man sowas? Ich entscheide da spontan von Situation zu Situation, in Abhängigkeit der Schönheit der Objekte, der Belebtheit der Straße und meiner aktuellen Begleitung. Ich plane keine wöchentlichen Touren oder so, auf den Wohlstandsmüll in den Straßen Rostocks treffe ich eher spontan und unvorbereitet. (Hier gibt es ja glücklicherweise noch echte Sperrmüll-Tage, sogar regelmäßig.) Mit großen Augen und besonders langsamen Schritten vorbeigehen ist in allen Fällen erstmal die richtige Entscheidung. Schöne alte Dinge auf der Straße finden, setzt bei mir vermutlich ähnliche Glückshormone frei, wie wenn andere Menschen sich neue Schuhe kaufen, Extremsport betreiben oder eigenes Gemüse anpflanzen.

Ich ahne, dass ich nicht die einzige mit einem großen Herz für heimatloses Vintage-Mobiliar bin. Und weil es Spaß macht besondere Fundstücke mit anderen zu teilen, freue ich mich von euren Eroberungen zu lesen. Jeder ist herzlich eingeladen, in seinem Blog mitzumachen. Dein Beitrag kann ein kleiner Hinweis für andere Leser sein, mit offenen Augen durch die Welt zu wandern und das individuelle Einzelstück dem lieblos produzierten und weit gereisten Nullachtfünfzehn-Einwegregal vorzuziehen. Nachhaltigkeit, ökologischer Fußabdruck, Schonung von Ressourcen, ihr wisst schon… Weil es einfach eine gute Sache ist.

Wenn du also auch einem heimatlosen Fundstück ein neues Zuhause gegeben und in deinem Blog vorgestellt hast, kannst du gern den Link dazu als Kommentar hinterlassen. Ebenso gern kannst du eines der oberen Banner benutzten und mit dem From-trash-to-treasure…-Post verlinken. Natürlich darf jeder so oft Eroberungen posten, wie er möchte. Je mehr man vor der Müllpresse rettet und weiterbenutzt, desto besser. Einzige Bedingungen sind, dass das Objekt für den Müll bestimmt war, die Anschaffung darf somit auch nichts gekostet haben und es sollte Vintage (also mindestens 20 Jahre alt) sein. Ob du es aus Nachbars feuchtem Keller, vom Sperrmüllhaufen auf dem Gehweg oder vor Omas Dachbodenentrümpelung gerettet hast, spielt keine Rolle. Ich freu mich auf eure Schätze!

 

From trash to treasure // Schrank

Keine besondere Schönheit aber den perfekten Waschbeckenunterschrank habe ich nach einem Kneipenabend in der Nachbarsstraße entdeckt. Da musste der Mister also nichtmal weit tragen. Vielleicht brauchte ich deshalb auch gar nicht lange erklären, wie unbedingt dieser Schrank unter unser Waschbecken müsste.

Und ich musste ihn nicht einmal neu herrichten, der rote Anstrich, der stellenweise schon etwas abblättert, gefällt mir noch immer sehr gut. Eine gründliche Reinigung später gliederte sich das gute Stück bereits optisch und räumlich perfekt ins Badezimmer ein. Unter den Füßen klebte das alte VEB-Preisschild.

Ich tippe ja auf eine farbenfrohe WG als Vorbesitzer… vielen Dank liebe Leute.

 

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