Archive | Zuhause RSS feed for this section

Einblick / Ausblick

Vielleicht wird das doch noch was mit der Möwenfreundschaft. Immerhin ließ sie sich gestern schon fast am Bauch kraulen. Mit der Scheibe vom Dachfenster dazwischen.

Auf dem schwarzen Teerdach wird es wohl zeitweise recht warm und so lässt sich das clevere Möwenkind öfter mal auf dem Fenster des Dachbodens nieder.

Recht interessant irgendwie, so eine junge Silbermöwe von unten. Besonders die faltigen, zarten Schwimmhäute, die stöckrigen Beine und das flauschige Federkleid. Könnte mal ein Bad in der Ostsee vetragen. (Ich übrigens auch, aber wir wollen ja nicht schonwieder, während es draußen regnet, über diesen verfluchten Sommer fluchen.)

Früher wollte ich immer ’nen Raben. Aber so eine ausgewachsene 1,5-Kilo-Möwe, die mich jeden Morgen am Fensterbrett begrüßt, wär doch auch was feines.

Continue Reading · Comments { 5 }

Neues von der Möwenbande

Meine kleine Möwenfamilie vom Nachbarsdach hält mich ganz schön vom Nähen ab. Bei jedem Flügelschlag, den die Kleinen machen, rechne ich damit, dass sie genau jetzt flügge werden und das Dach verlassen. Diesem großen Moment möchte ich natürlich beiwohnen. Also steh ich gebannt am Fenster und halte die Kamera für die erste große Flugrunde bereit. Hach, wie schnell die Zeit vergeht:

Etwa vor zwei Wochen, da waren sie noch ganz klein und flauschig. Und plötzlich auch zu dritt.

Bitte einmal hübsch vor dem Kran posieren!

Erstes Training gegen Höhenangst. Mutti-Möwe bewacht alles im Hintergrund.

Tägliche Flügelstreckübungen im Sonnenschein.

Und nochmal.

Möwenmuttis Flugshow.

Das sieht doch schon ganz gut aus!

Aggressive Revierverteidigung im Möwenrudel. Dabei hab ich nur mal kurz den Kopf aus der Dachluke gesteckt.

Das stolze Möwenpaar. Eine monogame Saisonehe.

Ein neues Federkleid. Und eine neue Lieblingsbeschäftigung: Körperpflege.

Lieblingsbeschäftigung 2: Rumkreischen.

Und wieder strecken.

Dabei schonmal vorsichtig mit den Flügeln schlagen.

Die Mittagspause & der Streber.

Mach mit.

Mach’s nach.

Mach’s besser!

Erhöhter Schwierigkeitsgrad: Strecken und dabei einen Zweig transportieren.

Vielleicht einfach mal mit Anlauf versuchen.

Doch noch etwas unbeholfen.

OH!

Und ein kleiner Möwenfreund vor einer verschlossenen Apothekentür in meiner Straße. Das Meer nicht gefunden? Den Anschluß verloren? Tabletten gegen Flugangst? (Ich hab zu Hause gleich nachgezählt. War keiner von ‚meinen‘.)

Continue Reading · Comments { 3 }

Übermieter

Nur eine kleine Wohnung unterm Dach. Kein Balkon, kein Wintergarten, kein Wäscheplatz hinterm Haus. Aber (und Roboti hat es an einer anderen Stelle in diesem Blog schon bemerkt): Ich habe eine Quasi-Dachterasse. Also mit viel Fantasie, Schwindelfreiheit und nur, wenn die Teerpappen noch nicht zu heiß geworden sind. Kletter ich bei den ersten warmen Sonnenstrahlen im Mai aus dem Dachfenster und lass meinen Blick über die Dächer der Stadt schweifen, mag ich diese unisolierte Dachwohnung mit ihren 35°C im Hochsommer und  Kühlschranktemperaturen im Winter jedes Jahr ein bisschen mehr.

Zu meiner Linken hat man freie Sicht auf einen alten Kran der ehemaligen Neptun-Werft. Lieblingsdenkmal, Postkartenmotiv, Desktophintergrund.

Geradeaus lässt sich die Warnow fast erahnen. Diese bringt auch die entsprechende Fauna mit sich: Ohne Möwengeschrei in der Morgendämmerung würde mir etwas fehlen.

Und rechts taucht die Abendsonne die klassische Fassade des Rostocker Studentenviertels regelmäßig in orange-rotes Licht.

Dieses Jahr muss ich meine 6m² Luxus aber vorübergehend abtreten: Gleich zwei Möwenpaare haben sich dazu entschlossen auf der Dachetage für ihre Arterhaltung zu sorgen. Da bin ich natürlich unerwünscht, was mir beim letzten Besuch durch einige Möwenfreunde mit viel Geschrei und bedrohlichen Sturzflügen ziemlich deutlich gemacht wurde.

Während auf der rechten Seite noch gebrütet wird…

…wird auf der linken schon gefüttert.

Das lässt sich glücklicherweise auch aus dem Nähzimmer beobachten und entlockt mir regelmäßig Laute der Entzückung.

Ach, sie wachsen so schnell!

Continue Reading · Comments { 8 }

Lieber musikalischer Nachbar,

ich weiß nicht hinter welchem der vielen Fenster du wohnst, die ich im Innenhof sehen kann. Aber immer sonntags, wenn die Stadt so schön ruhig ist, die Sonne scheint und ich die Fenster offen habe, spielst du Klavier. Das machst du ganz wunderbar und ich hör dir gern dabei zu!

 

 

 

 

Continue Reading · Comments { 2 }

Fensterblick

(Oder: Weil die Zeit sich so beeilt)

Direkt vor meinem Fenster steht ein Obstbaum. Welch‘ Glück! Es ist ein recht großer Baum, der meist einiges an Unterhaltung zu bieten hat: Katzen mit Höhenangst, Vögel mit Nachwuchs und ein paar andere wundersame Wesen. Jedes Jahr im Frühling verwandeln sich innerhalb weniger Wochen die nackten Zweige in ein weißes Blütenmeer. Das geht oft so schnell, dass plötzlich schon alles vorbei ist, wenn man nur ein paar Tage nicht genau hinsieht. Die kurze Zeit, in welcher sich der Baum in sein weißes Blütenkleid hüllt, ist etwas ganz besonderes für mich. Deshalb habe ich dieses Jahr versucht, ein paar Momente davon festzuhalten.

Mitte Februar: Kahles Geäst und eine fast fachmännische Katzenrettung. Nachdem das Tier 20 Minuten lang lautstark seine Höhenangst kundgetan hatte, dauerte es dank Holzbrett und pfiffigem jungen Mann nur noch weitere 20 Minuten, bis den beiden die Sache gelang. Danach dauerte keine 2 Minuten, bis die Katze wieder ganz oben im Baum war.

 

Ende Februar: Noch immer kahl. Aber die Sonne gewinnt zunehmend den Kampf gegen dicke Regenwolken, kalte Tage und lange Nächte. Weil der Hinterhof so schön trostlos aussieht, ist es das perfekte ‚Vorher-Foto‘.

 

Ende März: Bei genauem Hinsehen erkennt man schon deutlich die ersten Knospen. Und das Vogelnest vom letzten Jahr. Eine Taube hatte wochenlang gebrütet und am Ende ist doch nichts passiert. Eines Tages blieb sie einfach weg.

 

Mitte April: Die hellen Knospen werden scheinbar stündlich mehr. Grüne Blätter und neue Triebe kommen hinzu.

 

Ende April: Als ich nach den Ostertagen in die Wohnung zurückkehre, erwartet mich der Baum in voller Blüte. Der Hinterhof auf dem ‚Nachher-Foto‘ ist kaum wiederzuerkennen. Leider hält der Anblick nur kurz, in einigen Tagen wird es schon weiße Blüten auf den Innenhof schneien.

 

Continue Reading · Comments { 2 }