12 of 12 // April 2013
Ein Tag in zwölf Bildern, immer am zwölften des Monats…
A day in twelve pictures, every 12th of a month…
12 of 12 // April 2013
Ein Tag in zwölf Bildern, immer am zwölften des Monats…
A day in twelve pictures, every 12th of a month…
Sicher habt ihr schon einmal von Dear Photograph gehört – falls nicht, wird’s unbedingt Zeit. Die Idee dahinter ist folgende: Man nehme ein altes Foto in die Hand und fotografiere es vor gleichem Hintergrund noch einmal. Man erhält ein Foto aus der Gegenwart eines Fotos aus der Vergangenheit. Klingt kompliziert, ist es aber gar nicht. Die Idee ist auch nicht ganz neu, die Umsetztung in Form eines Blogs, auf dem die Bilder und Erinnerungen der Leser gesammelt werden, jedoch sehr gelungen und beliebt.
Letzte Woche habe ich dort ein solches Bild von der Georg Büchner eingereicht und es wurde tatsächlich veröffentlicht. Beim Anblick fühlte ich mich ein wenig stolz und melancholisch zugleich. Wenn ihr meinen Beitag sehen möchtet, einfach hier entlang.
This weekend I felt very proud and sad at the same time. One of my favourite photography websites around, Dear Photograph published a picture I made in memoriam of Georg Büchner. The concept is simple: take a picture of a picture, from the past, in the present. The website invites readers to submit photos of photos, if you like to see my contribution, just click here.
Für alle, die das monatelange Hoffen und Bangen um die Georg Büchner verfolgt haben, klang es im ersten Moment wohl wie ein besonders schlechter Scherz: Auf dem Weg zur Verschrottung nach Litauen versank das ehemalige Kongo- und Ausbildungsschiff am Donnerstagabend gegen 20.30 Uhr vor der polnischen Küste. Was eben noch groß und mächtig im Rostocker Heimathafen über die Kaikante ragte, ruht nun in etwa 40 Meter Tiefe auf dem Grund des Meeres. Ob bis in alle Ewigkeit oder nur bis zu einer möglichen Bergung, hat man jetzt noch nicht sicher entschieden. Ob all die bis zum Meeresboden stinkenden Ungereimtheiten jemals aufgeklärt werden, bleibt weiterhin nur eine große Hoffnung, jedoch scheinen sich nun auch endlich überregionale Medien für das Thema zu interessieren.
Nach der unglücklichen Vorgeschichte um Verkauf, Verschrottung und Erhalt des Schiffes gefällt mir natürlich die romantische Vorstellung, die Büchner hätte sich lieber den Tiefen des Meeres ausgeliefert, als dem Schneidbrenner. Dort könnte sie dann zumindest als Schiffswrack in Zukunft einer Vielzahl von Riffbewohnern ein zu Hause bieten oder – sollte eine Bergung tatsächlich erfolgen – am Ende doch noch nach Belgien überführt werden und im Museum enden. Fader Beigeschmack dabei bleibt zunächst die Vorstellung, der ominös-geheime Käufer könnte selbst an diesem ‘Unglück’ noch kräftig verdienen, zur Zeit vermutet man ja vielerorts ganz einfach einen besonders dilettantischen Fall von Versicherungsbetrug.
Lesenswerte Informationen dazu finden sich unter anderem hier, hier und hier. Bleibt nur zu hoffen, dass die bisherige Rostocker Praxis von Desinformation und Vertuschung in Polen ein Ende findet. Kein Schwamm über die Georg Büchner!
Die Bilder zeigen den Rostocker Stadthafen am 27.05.2013: Die Georg Büchner wird für die Verbringung ins litauische Klapeida vorbereitet. Im Vordergrund ist der polnische Schlepper “Ajaks” zu sehen, der das Mannöver bis vor Danzig führte und die Büchner nach einem seltsamen Zick-Zack-Kurs schließlich dem Meer überließ.
Als am Montag das Gerücht die Runde machte, die letzten Stunden der Georg Büchner hätten nun endgültig geschlagen, hatte man sich gegen Abend nochmals am Stadthafen versammelt. Mit Musik, Bier, Blumen und Wut im Bauch. Ich habe zu Beginn des Jahres schon einmal hier und hier über das Drama berichtet, inzwischen ist (für mich) zu viel passiert, als das ich es noch in Worte fassen könnte. Nach einem ewig andauernden Hin und Her, vielen Hoffnungsschimmern und großen Enttäuschungen stehen nun also alle Zeichen auf Abschied. Begleitet von kuriosen Machenschaften wandert ein großes Stück Kolonial- und DDR-Geschichte in die Schrottpresse. Shame on you, Rostock.
Last night in Rostock: No hope for “Georg Büchner”
This could be the last sad night for our beloved old ship in the city harbour, she will be scrapped very soon. So today I took the chance to say good-bye again, next to some other angry people. Can’t belive this is happening with such a historical monument.
12 of 12 // April 2013
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… mehr 12 von 12 gibt’s bei Frau Kännchen!
… see more at Mrs. Kännchen!

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