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Apfel. Herz. Eisenbahn. Graziela.

Die Wiedergeburt der 70er Jahre Kultmarke Graziela geht in die nächste Runde. Nach Meterware, Bettwäsche und Geschirr gibt es nun überpünktlich zum anstehenden Weihnachtsgeschäft (und bei diesem Wetter darf man das Wort sogar ungestraft laut aussprechen) einige entzückende und – hurra – erschwingliche Neuheiten aus dem Hause Graziela: Puzzle, Memory, Geschenkpapier, Fensterbilder, Grußkarten aus Stoff und sogar Fotoalben.

Jaja, alles für Kinder bzw. deren Mütter, eigentlich. Aber beim Preis von einsfünfzig für einen großen Bogen Geschenkpapier und zweifünfzig für fröhliche Fensterbilder konnte ich dann wirklich nicht nein sagen. Lustige bunte Bilder mit Nostalgieeffekt und Bastelpotenzial kann man schließlich immer gebrauchen!

Quelle: Apfel. Herz. Eisenbahn. Graziela. von nahmarie auf Polyvore.com

Die auf dem Bildern gezeigten Artikel findet ihr hier einzeln verlinkt:

Oder sicher auch bald im byGraziela-Shop.

 

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Kinderzeichnungen zu Brecht

Ich hatte es mit einem kleinen Teaser ja bereits angekündigt und irgendwie nicht wirklich damit gerechnet, dass jemand dieses Buch erkennen würde.

Aber jemand hat!

Und zwar kein geringerer als meine Schwester. Ja, da könnte man jetzt wilde Familienmauschelei vermuten. So war’s aber nicht, darauf ein großes Indianerehrenwort. Vielleicht muss ich noch dazuschreiben, dass sie im 200 km entfernten Berlin lebt, mich viel zu selten in Rostock besucht und keinen Zugriff zu meinem Buchregal hat. Sie hat es einfach erkannt. Und das macht mich fast ein bisschen Stolz. :)

Mit dem Brecht ist das ja so eine Sache, entweder man verehrt oder verteufelt den Herrn. Meinungen über ihn als Frauenverbraucher und kapitalistischen Kommunisten hin oder her: Ich bin ihm durchaus positiv gesinnt. (Ich hatte eine beeindruckende Deutschlehrerin und ein paar prägende Germanistik-Seminare.)

Daher war ich umso entzückter, als mir eines Tages nach all der brecht’schen Erwachsenenlektüre das Insel-Büchlein Nr. 930 in die Hände fiel: “Kinderzeichnungen zu Brecht” aus dem Jahr 1972. In den 60ern hatte es wohl anlässlich des 70. Geburtstages von Bert einen kleinen Wettbewerb an Schulen gegeben. Helene Weigel persönlich lud Zeichenlehrer ein, mit Kindern Gedichte oder Theaterstücke Brechts zu illustrieren. Als schnieke Preise winkten “Plattenspieler mit Brecht-Schallplatte, Faltboot, Heule, Rollschuhe, Skier”. (Bitte klärt mich doch jemand auf: Was ist ein/e Heule? Welches tolle Spielzeug wurde mir da in meiner Kindheit vorenthalten?)

Es war einmal ein Rabe aus Tierverse – René, 8 Jahre, Tempera

 

Wenn die Haifische Menschen wären – Gisela, 16 Jahre, Linolschnitt

 

Kinderkreuzzug – Regina, 14 Jahre, Feder und Pinsel

 

Im Nachwort liest man, es gingen fast 3000 Zeichnungen beim Berliner Ensemble, dem Preisverleih- und Austellungsort, ein. Von diesen wurden die 600 ‘besten’ ausgezeichnet. Und wiederum davon wurden dann die ‘allerbesten’ in dem kleinen Insel-Buch veröffentlicht. Ich lese gern darin und staune über die Gestaltungskraft der Kinder, man kann sich lange in den Bildern vertiefen.

 

Quelle: Kinderzeichnungen zu Brecht. Insel-Bücherei Nr. 930. Insel: Leipzig 1972.

1.Bild  S.15 | 2.Bild S.17 | 3.Bild S.75

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Maikäfer im April

“Maikäfer sind die Lieblingskäfer der Kinder. Deshalb werden sie getauscht wie Briefmarken. Nicht einer sieht aus wie der andere. Man kann Wettflüge mit ihnen veranstalten und empfindsame Mädchen zum Kreischen bringen.” (S. 72)

Ich hab ehrlich keine Ahnung woher dieser Tick für alte Kinderbücher kommt. Vielleicht sind es die Illustrationen, die mich begeistern, vielleicht fasziniert mich auch der ein oder andere kuriose Text, der heute in keinem Kinderbuch mehr zu finden wäre. Hier habe ich wieder ein besonders sehen- und lesenswertes Exemplar, welches auch grad perfekt zur Jahreszeit passt. Dieses Buch stammt aus dem Jahr 1968, trägt den poetischen Titel “Wenn im April die Maikäfer fliegen. Ein Buch vom Frühling.” und ist vom “Domino-Verein zur Förderung wertvollen Jungendschrifttums.” Na wenn man da mal nicht schon von der ersten Seite beeindruckt ist.

Neben Liedern, Gedichten, Rätseln und kurzen Erzählungen zum Frühling erfährt man darin auch allerlei wissenswertes über Baumarten, Frühlingsblumen und die Vogeluhr. Das fleißige Bienenvolk wird vorgestellt, Blüten und Früchte einander zugeordnet und ein Kräutergarten angelegt. Das Osterfest mit seinen Bräuchen und Basteleien spielt natürlich auch eine wichtige Rolle. Meine beiden Lieblingsbeiträge aber sind die Fotoserie mit dem Thema ‘Ein Hühnchen bricht aus’ und die Zeichnung der Unterwelt zur Frage  ‘Wo sind die Maikäfer im Februar?’:

Mit diesem Fundstück wünsche ich Euch ein schönes Osterfest, inklusive Maikäfer-Besuch. Die sind ja leider extrem selten geworden. Und daran sind nichteinmal die tauschenden, kreischenden, wetteifernden Kinder aus den 60er Jahren Schuld.

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Zwiebelmuster drucken {DIY}

Den Spaß hab ich vor einiger Zeit in einem alten Kinderbuch entdeckt und musste es heute mal ausprobieren. Also wurden kurzerhand einige austreibende oder trockene Zwiebeln aussortiert, denn die hätte den Weg in den Kochtopf wohl eh nicht mehr geschafft.

Der Rest ist ja fast selbsterklärend: Triebe (wenn vorhanden) und trockene Schale entfernen, Zwiebel grade durchschneiden, gut trockentupfen, mit Stempel- oder Wasserfarbe benetzen und munter drauf losdrucken.

Ursprünglich wollte ich die Zwiebelmuster als Briefpapier verwenden. Inzwischen glaube ich, dass sich so ein Druck besser auf Stoffbeutel oder Platzdeckchen macht. Ich will ja mit meiner netten Post auch niemanden zum Weinen bringen. Ob auf Papier oder Stoff – so oder so eine schöner Samstag-Nachmittag-Zeitvertreib.

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Apfel. Herz. Eisenbahn.

Eine super Sache für alle 70er-Jahre-Fans mit kinderreichem Freundeskreis sind die zuckersüßen Illustrationen von Graziela Preiser in Form handlicher Bilderbücher. Auf stabilen Pappseiten vereinen sich in 4 verschiedenen Ausgaben alle fröhlich-bunten Motive, die man bereits bestens von der heißbegehrten Bettwäsche oder Suppenschüssel aus den 70er Jahren kennt: Eisenbahn, Bauernhof, Entenfamilie… Alle zusammen laden zum Farben benennen, Tierlaute erraten und Zahlen lernen ein.

Ein (weiteres) Kaufargument ist auch, dass ein Buch nur zwischen 4 und 5 Euro kostet. So kann man reichlich Kinderherzen mit dem tollen Design beglücken. Man bekommt die Pappbilderbücher auf der byGraziela-Homepage oder natürlich – CO²-freundlich und versandkostenfrei – beim Buchhändler seines Vertrauens. Bücher kann man ja eh nicht früh genug verschenken! Ich hab mir schon einen kleinen Vorrat angelegt und bin nun bestens auf den nächsten Spontan-Nachwuchs und Kinder-Überraschungsbesuch vorbereitet. (Aber natürlich hab ich erstmal je ein Exemplar für mich ganz allein zur Seite gelegt.)

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