From trash to treasure…

Vor kurzem habe ich meinen Schubladen-Straßenfund vorgestellt und was daraus geworden ist. Auf einem Rundgang durch die Wohnung zeigen sich viele weitere Vintage-Objekte, die auf ähnliche Weise vor dem sicheren Ende gerettet werden konnten. Von Zeit zu Zeit möchte ich an dieser Stelle von dem ein oder anderen Fundstück, seiner Geschichte und ggf. der Umgestaltung erzählen. Und euch herzlich zum Mitmachen einladen! Because one man’s trash is another man’s treasure.

Zu Sperrmüllansammlungen im Allgemein habe ich ein gespaltenes Verhältnis. Einerseits schlägt mein Jäger- und Sammlerherz schneller, sobald eine solche in Sichtweite kommt. Andererseits ist da diese Erziehung. Anstand mit einer ordentlichen Portion Hygiene. Sachen mitnehmen, die andere Menschen vor die Tür stellen, macht man sowas? Ich entscheide da spontan von Situation zu Situation, in Abhängigkeit der Schönheit der Objekte, der Belebtheit der Straße und meiner aktuellen Begleitung. Ich plane keine wöchentlichen Touren oder so, auf den Wohlstandsmüll in den Straßen Rostocks treffe ich eher spontan und unvorbereitet. (Hier gibt es ja glücklicherweise noch echte Sperrmüll-Tage, sogar regelmäßig.) Mit großen Augen und besonders langsamen Schritten vorbeigehen ist in allen Fällen erstmal die richtige Entscheidung. Schöne alte Dinge auf der Straße finden, setzt bei mir vermutlich ähnliche Glückshormone frei, wie wenn andere Menschen sich neue Schuhe kaufen, Extremsport betreiben oder eigenes Gemüse anpflanzen.

Ich ahne, dass ich nicht die einzige mit einem großen Herz für heimatloses Vintage-Mobiliar bin. Und weil es Spaß macht besondere Fundstücke mit anderen zu teilen, freue ich mich von euren Eroberungen zu lesen. Jeder ist herzlich eingeladen, in seinem Blog mitzumachen. Dein Beitrag kann ein kleiner Hinweis für andere Leser sein, mit offenen Augen durch die Welt zu wandern und das individuelle Einzelstück dem lieblos produzierten und weit gereisten Nullachtfünfzehn-Einwegregal vorzuziehen. Nachhaltigkeit, ökologischer Fußabdruck, Schonung von Ressourcen, ihr wisst schon… Weil es einfach eine gute Sache ist.

Wenn du also auch einem heimatlosen Fundstück ein neues Zuhause gegeben und in deinem Blog vorgestellt hast, kannst du gern den Link dazu als Kommentar hinterlassen. Ebenso gern kannst du eines der oberen Banner benutzten und mit dem From-trash-to-treasure…-Post verlinken. Natürlich darf jeder so oft Eroberungen posten, wie er möchte. Je mehr man vor der Müllpresse rettet und weiterbenutzt, desto besser. Einzige Bedingungen sind, dass das Objekt für den Müll bestimmt war, die Anschaffung darf somit auch nichts gekostet haben und es sollte Vintage (also mindestens 20 Jahre alt) sein. Ob du es aus Nachbars feuchtem Keller, vom Sperrmüllhaufen auf dem Gehweg oder vor Omas Dachbodenentrümpelung gerettet hast, spielt keine Rolle. Ich freu mich auf eure Schätze!

 

From trash to treasure // Schrank

Keine besondere Schönheit aber den perfekten Waschbeckenunterschrank habe ich nach einem Kneipenabend in der Nachbarsstraße entdeckt. Da musste der Mister also nichtmal weit tragen. Vielleicht brauchte ich deshalb auch gar nicht lange erklären, wie unbedingt dieser Schrank unter unser Waschbecken müsste.

Und ich musste ihn nicht einmal neu herrichten, der rote Anstrich, der stellenweise schon etwas abblättert, gefällt mir noch immer sehr gut. Eine gründliche Reinigung später gliederte sich das gute Stück bereits optisch und räumlich perfekt ins Badezimmer ein. Unter den Füßen klebte das alte VEB-Preisschild.

Ich tippe ja auf eine farbenfrohe WG als Vorbesitzer… vielen Dank liebe Leute.

 

, , , , ,

18 Responses to From trash to treasure…

  1. Thea 27. Juli 2011 at 15:27 #

    Ja, meine Zeit in Rostock war ich auch im Sperrmüll-Himmel. In Potsdam hat man fast nie etwas gefunden, weil viele Dinge an Second Hand Läden verkauft bzw. sofort aufgesammelt wurden… aber in Rostock scheinen die Leute überhaupt kein Gefühl für den Wert von alten Möbeln zu besitzen… einmal habe ich mich so geärgert, als ich Vorkriegsnachttische gesehen habe und die Teile beim besten Willen nicht anheben, geschweige denn transportieren konnte… :)

    Die meisten Sachen, die ich in Ottawa gefunden habe, sind wahrscheinlich jünger als 20 Jahre, aber dieser Tisch war auf jeden Fall alt.
    Leider habe ich kein vorher Bild gemacht: http://teodeco.blogspot.com/2010/02/orange-pattern-orangenes-muster.html

  2. Brause 27. Juli 2011 at 20:19 #

    Ich hab jedes Mal das Gefühl etwas illegales zu tun, wenn ich eine Sperrmüllbeute erspäht hab … So wie kürzlich den Korbstuhl. Aber das von dir gefundene Teil is rattenscharf

  3. Evi 27. Juli 2011 at 22:17 #

    aaalso. ich wohne in einem recht kleinen örtchen & hab erst 2mal gesehen, dass sperrmüll rumstand. bei dem einen hatte ich ja die kinderbücher mitgenommen & den anderen hatte ich nachts entdeckt & so im dunkeln wollte ich dann doch nicht wühlen..am nächsten tag war er weg! ich ärger mich noch heute, denn was ich sehen konnte, war sehr vielversprechend! so ein mist!!! :) liebe grüße

  4. Ilse's Enkel 28. Juli 2011 at 08:21 #

    Hey, deine „from trash to treasure“-Rubrik begeistert mich und ich bin äusserst gespannt auf die Folgenden!
    Diese Eierbecher sind zwar nicht vom Sperrmüll (in Leipzig gibt es sowas leider nicht mehr), aber sein Vorbesitzer wollte sie wegewerfen, aber bei uns fanden sie ein neues Heim!

    http://ilsesenkel.blogspot.com/2011/07/am-fruhstuckstisch.html

    Liebe Grüße

  5. Paula 28. Juli 2011 at 11:01 #

    Oh gott der Waschtisch ist wirklich voll der knaller. Ich würd mich das ja nicht trauen einfach den Sperrmüll zu durchsuchen, hätt Angst das mich jemand sieht und für Obdachlos hält oder so. Aber wenn du dort so schöne Sachen für lau findest, sollte ich meine Einstellung überdenken.

  6. Thea 28. Juli 2011 at 15:29 #

    Nun ja, an sich ist es in Deutschland nicht erlaubt Dinge vom Sperrmüll mitzunehmen, der Eigentümer gibt sein Besitz an den Dingen nicht auf, sondern erklärt seinen Willen, den Besitz auf den jeweiligen Entsorgungsbetrieb zu übertragen. Man dürfte an sich nur herrenlose Dinge mitnehmen… was man z.B. irgendwo im Wald findet. Das gibt im Normalfall keine Probleme und keine Politesse würde dafür Strafzettel austeilen, aber manchmal gibt es Leute, die eben nicht wollen, daß ihre alte Couch in Nachbars Wohnzimmer landet und sie wären dann im Recht.

    • nähmarie 28. Juli 2011 at 20:23 #

      das ist in deutschland gesetzlich nicht eindeutig geregelt, da gibt es zwei juristische sichtweisen und kein richterliches urteil. in dem moment, wo der eigentümer die couch auf die öffentliche straße stellt, gibt er seinen besitz an ihr auf und sie wird herrenlos. (anders ist es, wenn er sie auf den hof oder in den garten stellt.) andere sehen darin keine besitzaufgabe, sondern eine zielgerichtete überlassung an die sperrmüllabfuhr. wenn möglich, einfach beim besitzer nachfragen, dann ist man auf der sicheren seite.

      • Thea 28. Juli 2011 at 23:52 #

        Wow, jetzt musste ich doch noch einmal selbst nachgucken… :) Ich kannte nur das klassische Urteil vom LG Ravensburg, das auch in wikipedia erwähnt wurde… Am einfachsten erklärt fand ich den Rechtsstreit hier: http://www.abfallscout.de/blog/sperrmuellabholung
        und etwas Neues habe ich auch gelernt… in vielen Gemeinden ist selbst schon das Durchsuchen des Sperrmülls ohne etwas mitzunehmen eine OWi… na hallo!

  7. Silke 30. Juli 2011 at 05:52 #

    bin da etwas zwiegespalten – bei sachen für/ vom sperrmüll – auf der einen seite ist irgendwie nie ein parkplatz in der nähe wenn ich was entdecke – oder es ist zu groß fürs auto – oder es hat schon die ganze nacht im regen gestanden … und dann weiß man ja nie so recht woher und von wem kommt es. das es sogar eine gesetztliche regelung gibt wusste ich nicht – tja muss wohl alles schön seine bürokratische regelung haben. ich mach mir nur grad „ernsthaft“ gedanken … :o) habe nämlich letztens aus dem papiermüll eine tolle alte große stabile schachtel gefischt – in der wohnen jetzt meine knöpfe – muss ich sie zurückbringen – weil sie ja dem müllverbund gehört ?? nee ne ich geb die nicht mehr her !!! :o)

  8. Nike 31. Juli 2011 at 13:11 #

    Zwar kein Sperrmüllfund aber doch ein klarer Fall von tras vs. treasure: http://goingweird.wordpress.com/2011/07/31/apothekerdosen-apothekary-containers/ ich konnte mein Glück kaum fassen!

  9. Nike 31. Juli 2011 at 13:11 #

    trash. mit h.

  10. andrea 18. August 2011 at 16:21 #

    zwar kein sperrmüllfund, aber vor dem zertrümmern beim polterabend gerettet….
    http://twinklinstar.wordpress.com/2011/07/22/ausbeute/

  11. weebee 14. Juli 2013 at 21:35 #

    trash getreasuret =)
    http://www.kreagenzglas.de/der-wurm-ist-drin/

Trackbacks/Pingbacks

  1. From trash to treasure | Pinnwand « nähmarie - 8. August 2011

    […] From trash to treasure… […]

  2. Sieben-Sachen-Sonntag // 27 « nähmarie - 28. August 2011

    […] Mit Hilfes des Filtertütentricks und des Misters ein neues Straßenfundstück an die Wand gebracht. (Mehr dazu im nächsten from-trash-to-treasure-Post.) […]

  3. From trash to treasure // String-Regal « nähmarie - 3. September 2011

    […] From trash to treasure… […]

  4. From trash to treasure // Schirm « nähmarie - 6. September 2011

    […] [Info] […]

  5. Trash to treasure // Verbandskasten « nähmarie - 10. Januar 2012

    […] wird durch das jahreszeitlich bedingte Wetter gestört, somit ist es etwas ruhiger geworden in der from-trash-to-treasure-Kategorie… aber nur etwas. Ganz glücklich habe ich nämlich gerade meinen neuen […]

Schreibe einen Kommentar