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Überraschungspost

Ich habe das große Los gezogen (yay!) und die liebe Andiva hat mir in windeseile einen persönlichen Namensstempel geschnitzt, den ich schon am Freitag aus dem Briefkasten fischen und bewundern konnte.

So schön! Als  Stempel-Fan war ich schon immer begeistert von Andi’s handgeschnitzter Stempelkunst und freue mich nun umso mehr über diesen Gewinn.

Und meine Post ans Finanzamt wird wohl in Zukunft etwas fröhlicher aussehen!

Noch mehr Post, allerdings mit einer eher unschönen Überraschung bescherte mir ein Paket aus Österreich. Der Mister hat mir einen kleinen Geburtstagswunsch erfüllt und ein Raclette gekauft, welches ich schon länger auf meiner Liste hatte. Eins in vintage, in rot, in sauber, in schön. Das große Staunen kam erst beim Anblick des Steckers… da stimmt doch irgendwas nicht.

Liebe Österreicher, habt ihr wirklich so komische Steckdosen? (Nur für den Fall, dass ich nochmal auf die Idee kommen sollte, mir elektrische Geräte aus dem Ausland zu wünschen.)

 

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Kinderzeichnungen zu Brecht

Ich hatte es mit einem kleinen Teaser ja bereits angekündigt und irgendwie nicht wirklich damit gerechnet, dass jemand dieses Buch erkennen würde.

Aber jemand hat!

Und zwar kein geringerer als meine Schwester. Ja, da könnte man jetzt wilde Familienmauschelei vermuten. So war’s aber nicht, darauf ein großes Indianerehrenwort. Vielleicht muss ich noch dazuschreiben, dass sie im 200 km entfernten Berlin lebt, mich viel zu selten in Rostock besucht und keinen Zugriff zu meinem Buchregal hat. Sie hat es einfach erkannt. Und das macht mich fast ein bisschen Stolz. :)

Mit dem Brecht ist das ja so eine Sache, entweder man verehrt oder verteufelt den Herrn. Meinungen über ihn als Frauenverbraucher und kapitalistischen Kommunisten hin oder her: Ich bin ihm durchaus positiv gesinnt. (Ich hatte eine beeindruckende Deutschlehrerin und ein paar prägende Germanistik-Seminare.)

Daher war ich umso entzückter, als mir eines Tages nach all der brecht’schen Erwachsenenlektüre das Insel-Büchlein Nr. 930 in die Hände fiel: „Kinderzeichnungen zu Brecht“ aus dem Jahr 1972. In den 60ern hatte es wohl anlässlich des 70. Geburtstages von Bert einen kleinen Wettbewerb an Schulen gegeben. Helene Weigel persönlich lud Zeichenlehrer ein, mit Kindern Gedichte oder Theaterstücke Brechts zu illustrieren. Als schnieke Preise winkten „Plattenspieler mit Brecht-Schallplatte, Faltboot, Heule, Rollschuhe, Skier“. (Bitte klärt mich doch jemand auf: Was ist ein/e Heule? Welches tolle Spielzeug wurde mir da in meiner Kindheit vorenthalten?)

Es war einmal ein Rabe aus Tierverse – René, 8 Jahre, Tempera

 

Wenn die Haifische Menschen wären – Gisela, 16 Jahre, Linolschnitt

 

Kinderkreuzzug – Regina, 14 Jahre, Feder und Pinsel

 

Im Nachwort liest man, es gingen fast 3000 Zeichnungen beim Berliner Ensemble, dem Preisverleih- und Austellungsort, ein. Von diesen wurden die 600 ‚besten‘ ausgezeichnet. Und wiederum davon wurden dann die ‚allerbesten‘ in dem kleinen Insel-Buch veröffentlicht. Ich lese gern darin und staune über die Gestaltungskraft der Kinder, man kann sich lange in den Bildern vertiefen.

 

Quelle: Kinderzeichnungen zu Brecht. Insel-Bücherei Nr. 930. Insel: Leipzig 1972.

1.Bild  S.15 | 2.Bild S.17 | 3.Bild S.75

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Kinderbuchteaser

Teaser, so heißen ganz neumodern in der Welt der Blogger kleine Vorschaubildchen, mit denen man auf kommende Einträge neugierig macht. Da es lange kein Kinderbuch-Fundstück mehr gab, möchte ich hier demnächst dieses und mein wohl allerliebstes Vintagebüchlein vorstellen. Wer es vorab am Einband erkennt, wird offiziell Blogleser des Monats. ;)

Bis zur Auflösung vergnüge ich mich beim alljährlichen Immergutrocken, tanz im Regen zu den großartigen Those Dancing Days, leg mir einen Bierbauch zu und lass mir die Sonne draufscheinen. Welch ein Fest… Wir sehen und Sonntag!

Quelle: Bild 2

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Graziela-Glück mit spielenden Kindern

Vor kurzem hatte ich ja bereits meine Begeisterung für Graziela-Motive kundgetan, die ich mit vielen Vintage-Liebhaberinnen teile. Meine ‚kleine‘ Sammlung wurde nun durch einen weiteren herzallerliebsten Stoff bereichert, den ich auch hier im virtuellen Stoffregal ablegen möchte.

Es handelt sich um eine Kinderbettwäsche, vermutlich aus den 70er oder 80er Jahren. Zu sehen sind darauf ‚reihenweise‘ spielende Kinder, die Motive erscheinen gewohnt detailreich und es gibt viel zu entdecken. Der Druck ist komplett in Blau gehalten, soviel Einfarbigkeit ist eher ungewöhnlich für Graziela-Designs, passt aber ganz wunderbar.

Der Name ‚Graziela Preiser‘ ist mir tatsächlich erst im Laufe der letzten Jahre ein Begriff geworden, bedingt durch meine Leidenschaft für alte Stoffe in Form von Bettwäsche, Tischdecken oder Vorhängen. Viele von Euch kennen die Motive ja noch aus ihren Kindertagen. Als in der DDR sozialisiertes Kind habe ich sie erst später entdecken können. (Was wiederum nicht heißt, dass ich in einfarbiger Bettwäsche schlafen musste. ;)

Richtige Graziela-Glückspilze durften in diesem Motiv nicht nur träumen, sondern auch davon essen. (Leider konnte ich bisher keine konkreten Informationen zur Produktionszeit oder Bezeichnung finden.) UPDATE: Das Motiv hat den Namen „Spielende Kinder“, was ja auch irgendwie auf der Hand liegt, oder? ;) Und es stammt aus den 70ern. Herzlichen Dank an Nina von byGraziela für die Infos!

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Maikäfer im April

„Maikäfer sind die Lieblingskäfer der Kinder. Deshalb werden sie getauscht wie Briefmarken. Nicht einer sieht aus wie der andere. Man kann Wettflüge mit ihnen veranstalten und empfindsame Mädchen zum Kreischen bringen.“ (S. 72)

Ich hab ehrlich keine Ahnung woher dieser Tick für alte Kinderbücher kommt. Vielleicht sind es die Illustrationen, die mich begeistern, vielleicht fasziniert mich auch der ein oder andere kuriose Text, der heute in keinem Kinderbuch mehr zu finden wäre. Hier habe ich wieder ein besonders sehen- und lesenswertes Exemplar, welches auch grad perfekt zur Jahreszeit passt. Dieses Buch stammt aus dem Jahr 1968, trägt den poetischen Titel „Wenn im April die Maikäfer fliegen. Ein Buch vom Frühling.“ und ist vom „Domino-Verein zur Förderung wertvollen Jungendschrifttums.“ Na wenn man da mal nicht schon von der ersten Seite beeindruckt ist.

Neben Liedern, Gedichten, Rätseln und kurzen Erzählungen zum Frühling erfährt man darin auch allerlei wissenswertes über Baumarten, Frühlingsblumen und die Vogeluhr. Das fleißige Bienenvolk wird vorgestellt, Blüten und Früchte einander zugeordnet und ein Kräutergarten angelegt. Das Osterfest mit seinen Bräuchen und Basteleien spielt natürlich auch eine wichtige Rolle. Meine beiden Lieblingsbeiträge aber sind die Fotoserie mit dem Thema ‚Ein Hühnchen bricht aus‘ und die Zeichnung der Unterwelt zur Frage  ‚Wo sind die Maikäfer im Februar?‘:

Mit diesem Fundstück wünsche ich Euch ein schönes Osterfest, inklusive Maikäfer-Besuch. Die sind ja leider extrem selten geworden. Und daran sind nichteinmal die tauschenden, kreischenden, wetteifernden Kinder aus den 60er Jahren Schuld.

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